28.10.2015

Bayerischer IT-Rechtstag

14. Bayerischer IT-Rechtstag | Industrie 4.0 – IT-Security 4.0 – Recht 4.0

Mittwoch, 28. Oktober 2015: 9:00 bis 17:30 Uhr – im Akademischen Gesangverein, Ledererstr. 5, 80331 München

Veranstaltungsinformation

München. Ganz in der Tradition der bisherigen Veranstaltungen widmet sich der diesjährige 14. Bayerische IT-Rechtstag mit der Industrie 4.0 wieder einem hochaktuellen Thema von starker praktischer Relevanz und beleuchtet die damit einhergehenden Probleme aus verschiedenen Perspektiven. Neben juristisch-wissenschaftlichen Beiträgen stehen auch technisch orientierte Vorträge auf der Agenda. Die Beiträge schließen somit den Kreis zwischen den rechtlichen Herausforderungen, die die Entwicklungen der Industrie 4.0 mit sich bringen, einerseits und den technischen Möglichkeiten, diesen zu begegnen, andererseits.

Zum 14. Mal lädt der Bayerische Anwaltverband in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein und der Universität Passau, Lehrstuhl für Sicherheitsrecht und Internetrecht am Mittwoch, den 28. Oktober 2015, von 09:00 bis 17:30 Uhr im Akademischen Gesangsverein, Ledererstr. 5, 80331 München zum Bayerischen IT-Rechtstag. Dieses Jahr steht das viel diskutierte und sehr praxisrelevante Thema Industrie 4.0 auf der Agenda. Industrie 4.0 bedeutet die Vernetzung der Produktion und damit eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten.  
Unter der Moderation von RA Prof. Dr. Peter Bräutigam (Noerr LLP, München, GfA DAVIT) werden den Teilnehmern spannende Vorträge zu den Themen vernetztes Auto, Vertragsgestaltung in der Industrie 4.0, Haftungsfragen beim Einsatz von Robotern, IT-Security und Datenschutz geboten. Als Referenten konnten dieses Jahr wieder neben erfahrenen Rechtsberatern auch Vertreter der Wirtschaft sowie der IT-Branche gewonnen werden.

Nach einer kurzen Begrüßung wird Prof. Dr. Robert Obermeier (Lehrstuhl BWL, Universität Passau) die Veranstaltung mit einer Keynote zum Thema „Die vierte industrielle Revolution“ eröffnen und legt damit das Fundament für die weiteren Vorträge.

Anschließend referiert RAin Claudia-Bernadette Langer (AUDI AG Rechtsabteilung) zu der Problematik des vernetzten Autos zwischen Technik und Recht. Als Vertreterin der Wirtschaft ist sie unmittelbar in die neuen Entwicklungsprozesse involviert und kennt die Bedürfnisse und Nöte der Unternehmen.

Sodann beantwortet RA Konrad Zdanowiecki (Noerr LLP, München) die Frage „Industrie 4.0 – Vertragsgestaltung 4.0?“. Die digitalisierte Produktion eröffnet neue Möglichkeiten der Individualisierung von Produkten; das Unikat wird zum standardisierten Produkt. Schwerpunkt des Vortrags wird daher sein, ob diese ökonomischen Veränderungen mit den Vertragstypen des Kauf-, Werk- oder Werklieferungsvertrags oder nur über atypische Verträge angemessen abgebildet werden können. Dabei kann Herr Zdanowiecki auf eine umfassende Erfahrung aus seinem Beratungsalltag als Rechtsanwalt zurückgreifen und bietet so den Zuhörern einen guten Einblick in die wesentlichen Punkte, die es bei der Gestaltung von Verträgen im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Wirtschaft zu beachten gilt.

Mit RAin Dr. Astrid Auer-Reinsdorff (Vors. GfA DAVIT, Vorstandsmitglied des DAV, Berlin) spricht eine auf dem Gebiet des IT-Rechts renommierte und erfahrene Rednerin zum Problemfeld „Robotics, Agents, A.I. – Ein Fall der Halterhaftung?“, das mit der zunehmenden Automatisierung von Produktionsabläufen immer relevanter wird. Es geht dabei vor allem um die Frage, ob es der Einführung einer zusätzlichen Rechtspersönlichkeit (sog. „ePerson“) für künstliche Intelligenz bedarf oder ob eine Zurechnung des Handelns autonomer Systeme über bisherige Zurechnungskonzepte erfolgen kann.

Da die Herausforderungen der Digitalisierung nicht allein mit Mitteln des Rechts gelöst werden können, sondern einen interdisziplinären Ansatz erfordern, befassen sich im Anschluss Herr Manfred Sommer (Microsoft Deutschland, München) sowie die Herren Christian Nern und Thomas Hemker (beide Symantec (Deutschland) GmbH) in ihren Vorträgen mit Fragen rund um den technischen Schutz vor Cyber Attacken in der Smart Factory sowie der IT-Security.

Sodann geht Prof. Dr. iur. Dipl.-Biol. Herbert Zech (Universität Basel, Basel) auf die Frage nach dem Data Owner in der Industrie 4.0 ein und nimmt Stellung zu der brisanten rechtspolitischen Diskussion, ob faktische Zuordnungen durch ein rechtliches Eigentum an Daten zementiert werden sollen. Schließlich erörtert RA Dr. Flemming Moos (Osborne Clarke, Hamburg) das Thema Datenschutz in Zeiten von Big Data und Internet der Dinge, bevor die Veranstaltung mit einer Abschlussdiskussion schließt.

Die Teilnahmegebühr (180,- € zzgl. Mehrwertsteuer für DAV Mitglieder bzw. 210,- € zzgl. MwSt für Nichtmitglieder) ist in Anbetracht des prominenten und fachlich kompetenten Kreises der Referenten in jedem Fall eine überaus lohnenswerte Investition. Ein zusätzlicher Anreiz liegt darin, dass für den Besuch des IT-Rechtstags sieben Fortbildungsstunden nach § 15 FAO angerechnet werden können. Zudem findet am darauffolgenden Tag der 5. Münchener Fachanwaltstag IT-Recht statt. Damit besteht insbesondere – aber nicht nur – für Fachanwälte im IT-Recht die Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit kompakt den eigenen Wissensstand zu erweitern.
Weitere Einzelheiten zur Anmeldung und das Programm der Veranstaltung sind abrufbar unter http://www.bayerischer-it-rechtstag.com/.

 

Programm

Moderation: RA Prof. Dr. Peter Bräutigam (Noerr LLP), München (GfA DAVIT)

09:00 bis 09:15 Uhr | Begrüßung
RA Michael Dudek, Präsident des Bayerischen AnwaltVerbandes, München
RAin Dr. Astrid Auer-Reinsdorff, Vors. GfA DAVIT, Vizepräsidentin des DAV, Berlin

09:15 bis 10:00 Uhr | Keynote: Die vierte industrielle Revolution
Prof. Dr. Robert Obermaier, Lehrstuhl BWL, Universität Passau , Passau

10:00 bis 10:45 Uhr | Audi 4.0 – Das vernetzte Auto zwischen Technik und Recht
RAin Claudia-Bernadette Langer, AUDI AG Rechtsabteilung,
Projektmanagement Audi connect Legal, Ingolstadt

10:45 bis 11:15 Uhr: Kaffeepause

11:15 bis 12:00 Uhr | Industrie 4.0 – Vertragsgestaltung 4.0?
RA Konrad Zdanowiecki, Noerr LLP, München

12:00 bis 12:45 Uhr | Robotics, Agents, A.I. – Ein Fall der Halterhaftung?
RAin Dr. Astrid Auer-Reinsdorff, Vors. GfA DAVIT, Vizepräsidentin des DAV, Berlin

12:45 bis 13:45 Uhr: Mittagspause [Catering gesponsert von OSE Organisation pro Software Escrow]

13:45 bis 14:30 Uhr | Schotten dicht – Technischer Schutz vor Cyber-Attacken in der Smart Factory
Manfred Sommerer, Microsoft Deutschland, München

14:30 bis 15:15 Uhr | IT-Security, Prävention und Dokumentation – der Wert der Katalogisierung und Beschreibung von Cyber Risks
Christian Nern, Symantec (Deutschland) GmbH, Country Manager Germany, München
Thomas Hemker, Symantec (Deutschland) GmbH, Security Strategist,
CISM – Central Europe, Hamburg

15:15 bis 15:45 Uhr: Kaffeepause

15:45 bis 16:30 Uhr | Die Frage nach dem Data Owner in der Industrie 4.0
Prof. Dr. iur. Dipl.-Biol. Herbert Zech, Universität Basel, Basel

16:30 bis 17:15 Uhr | Datenschutz in Zeiten von Big Data und Internet der Dinge
RA Dr. Flemming Moos, Osborne Clarke, Hamburg

17:15 bis 17:30 Uhr | Abschlussdiskussion
Moderation: RA Prof. Dr. Peter Bräutigam, Noerr LLP, München

 

> Weitere Informationen und Anmeldeformular (PDF)

 

 

IT-Anwaltsuche