Vier EU-Studien zum TK-Sektor

MMR-Aktuell 2014, 356801


Die EU-Kommission hat vier Studien veröffentlicht, die zeigen, wie ungleich und inkohärent der Breitbandmarkt bei Preis, Geschwindigkeit und Angebotspalette in Europa ist und wie verwirrend die Angaben der Betreiber zu ihren Angeboten sind.

Während die EU mit mehreren Reformwellen des TK-Sektors dazu beigetragen hat, die Art und Weise zu verändern, wie TK-Dienste in der EU bereitgestellt werden, ist der Sektor dennoch immer noch weitgehend in 28 nationale Märkte unterteilt. Sowohl die Kunden als auch die Betreiber sind mit unterschiedlichen Preisen und Vorschriften konfrontiert. Das EU-Parlament wird Anfang April 2014 über die Pläne der Kommission zur Errichtung eines vernetzten Kontinents (Connected Continent) abstimmen, der durch mehr Transparenz und Rechte sowie bessere Dienstleistungen für die Verbraucher zur Lösung dieser Probleme beitragen soll.  

Laut der Studie zu den Preisunterschieden für Breitband (BIAC) gibt es die billigsten Breitbandangebote in Litauen mit € 10,30 pro Monat inklusive MWSt. Die Zyprioten müssen für das gleiche Angebot schon fast € 50,- auf den Tisch legen. In Deutschland liegen die günstigsten Angebote bei € 20,-. Die teuersten kosten rd. € 25,- mehr. Damit liegt Deutschland, was die Preisspanne betrifft, um ein Vielfaches unter den Angeboten in Polen. Dort variieren die Angebote zwischen € 20,- und € 140,-.

Die @SamKnows-Studie hat die Unterschiede zwischen der bezahlten und der tatsächlich gelieferten Internetgeschwindigkeit untersucht und zeigt, dass die Anbieter den Verbrauchern durchschnittlich nur 75% der vertraglich zugesicherten Breitbandgeschwindigkeit bereitstellen.  Außerdem hat die EU-Kommission das vollständige Eurobarometer zur Bewertung der TK-Dienste durch die Nutzer und die aktuellen Daten über die Zahl der Breitbandanschlüsse in den Mitgliedstaaten (COCOM-Bericht)  veröffentlicht.


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