OLG München: Kein Schadensersatz bei negativer Bewertung auf Amazon

MMR-Aktuell 2015, 366793


Das OLG München hat (B. v. 12.2.2015 - 27 U 3365/14 - Fliegengitter; MMR wird die Entscheidung demnächst veröffentlichen) die Berufung eines Online-Händlers im Streit um negative Bewertungen bei Amazon abgewiesen und die Aussagen des Kunden als zulässige Meinungsäußerung gewertet.

Der Kl. hatte einen Schaden von € 40.000,- und künftigen Schadensersatz (insgesamt rd. € 70.000,-) geltend gemacht, weil sein Online-Shop auf dem Portal Amazon in Folge einer negativen Kundenrezension gesperrt worden war. Das OLG begründete seine ablehnende Entscheidung u.a. mit der Abgrenzung von Meinungsäußerungen und Tatsachenbehauptungen. Das Gericht sah in den vom Kl. angegriffenen Kommentaren jeweils geschützte Meinungsäußerungen. Zwar würden beide Aussagen über den Kauf auch Tatsachenbehauptungen enthalten, das Werturteil stünde aber im Vordergrund. Wichtig sei dabei, die Äußerungen nicht isoliert zu betrachten, sondern in dem Zusammenhang zu beurteilen, in dem sie gefallen sind.

# Vgl. auch zur Vorinstanz MMR-Aktuell 2014, 357628; zu Kundenbewertungen OLG Düsseldorf MMR-Aktuell 2013, 343401; OLG Hamburg MMR-Aktuell 2012, 327265; Vonhoff, MMR 2012, 571; Lauber-Rönsberg, MMR 2014, 10; OLG Stuttgart MMR 2014, 203 und LG Köln MMR-Aktuell 2013, 349045 und zur Meinungsäußerung BGH MMR-Aktuell 2015, 366740.


IT-Anwaltsuche