LG Augsburg: Kein Schadensersatz für negative Bewertung auf Amazon

MMR-Aktuell 2014, 361035


Das LG Augsburg hat (U.v. 30.7.2014 - 21 O 4589/13; MMR wird die Entscheidung demnächst veröffentlichen) den Schadensersatzanspruch eines Händlers, der bei Amazon schlecht bewertet wurde abgewiesen.

Ein angeblicher Fehler in der Montageanleitung für ein Fliegengitter führte zu einer negativen Bewertung des „Powersellers“ bei Amazon. Als der Käufer die Löschung verweigerte, eskalierte der Streit und das Amazon-Verkäuferkonto des Händlers wurde gesperrt. Er verlangte daraufhin Schadensersatz für Umsätze, die ihm durch die Kontosperrung entgangen seien und behauptete einen Schaden von € 40.000,-,  wobei weitere Schäden nicht ausgeschlossen seien. Das Gericht setzte den Streitwert auf ca. € 70.000,- fest.

Das Gericht wies die Klage ab, denn der Verkäufer habe nicht bewiesen, dass die Montageanleitung fehlerfrei und die Kritik des Käufers unberechtigt war. Insofern gebe es keine Basis für eine Forderung nach Schadensersatz. Kunden dürften damit ihre negativen Erfahrungen weiterhin öffentlich machen. Überzogene Kritik oder unwahre Behauptungen könnten aber durchaus zur Löschung des Eintrags oder u.U. auch zu Schadensersatz führen.

# Vgl. auch MMR-Aktuell 2014, 357628.


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