LAG Hessen: Fristlose Kündigung wegen Löschung kundenbezogener Daten

ZD-Aktuell 2014, 03959


Das LAG Hessen hat (U. v. 5.8.?2013 – 7 Sa 1060/10; ZD wird die Entscheidung demnächst veröffentlichen) festgestellt, dass eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist, wenn ein Account-Manager an seinem Arbeitsplatz eigenmächtig kundenbezogene Daten löscht.

Der Kläger war bei der Beklagten als Account-Manager beschäftigt. Nach den Ermittlungen eines Sachverständigen löschte der Kläger mehrfach von seinem Benutzer-Account im Betrieb etwa 80 eigene Dateien sowie weitere 374 Objekte (144 Kontakte, 51 E-Mails, 167 Aufgaben und 12 Termine). Hintergrund waren laufende Verhandlungen der Parteien um die Abänderung bzw. Aufhebung seines Arbeitsvertrags. Die Arbeitgeberin entdeckte die Löschungen und kündigte dem Kläger fristlos, hilfsweise ordentlich. Das ArbG hielt die Kündigung nur als ordentliche Kündigung für gerechtfertigt.

Das LAG vertritt dagegen die Ansicht, das Fehlverhalten des Klägers rechtfertige die fristlose Kündigung. Die umfangreiche Datenlöschung habe das Vertrauen in die Integrität des Klägers vollständig zerstört. Die Daten stünden in der Verfügungsmacht des Arbeitgebers. Eine eigenmächtige Löschung durch einen Arbeitnehmer, mit den sich daraus ergebenden internen Problemen und gegenüber Kunden, sei ein so erheblicher Verstoß gegen selbstverständliche Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag, dass die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt sei. Auch eine Abmahnung, die in der Regel einer Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen vorangehen muss, sei hier nicht notwendig gewesen. Denn der Kläger habe genau gewusst, dass die Löschung der Daten von der Arbeitgeberin auf keinen Fall hingenommen werden würde.


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