Wann ein Internetauftritt Werbung ist

Köln/Berlin (dpa/tmn). Eine journalistisch aufgemachte Internetseite ist nicht ohne Weiteres als Werbung erkennbar. Dies ist auch dann der Fall, wenn sich eine Seite in satirischer Form mit dem Konsumverhalten der Käufer anderer Automarken auseinandersetzt. Um dem Vorwurf verschleierter Werbung vorzubeugen, reicht es aber aus, die Internetseite deutlich erkennbar mit dem Hinweis „Anzeige“ am linken oberen Bildschirmrand zu versehen – vor allem dann, wenn dieser Hinweis beim Scrollen der Seite mitwandert. Die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) informiert über eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln vom 9. August 2013 (AZ: 6 U 3/13).


Köln/Berlin (dpa/tmn). Eine journalistisch aufgemachte Internetseite ist nicht ohne Weiteres als Werbung erkennbar. Dies ist auch dann der Fall, wenn sich eine Seite in satirischer Form mit dem Konsumverhalten der Käufer anderer Automarken auseinandersetzt. Um dem Vorwurf verschleierter Werbung vorzubeugen, reicht es aber aus, die Internetseite deutlich erkennbar mit dem Hinweis „Anzeige“ am linken oberen Bildschirmrand zu versehen – vor allem dann, wenn dieser Hinweis beim Scrollen der Seite mitwandert. Die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) informiert über eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln vom 9. August 2013 (AZ: 6 U 3/13).

Ein Verband zur Förderung gewerblicher Interessen mahnte einen Autohersteller ab. Das Unternehmen betrieb eine Seite im Internet, die Teil einer groß angelegten Werbekampagne war und die satirisch die angebliche „Status-Angst“ anderer Autobesitzer aufgriff. Nach einer Abmahnung fügte der Hersteller den Hinweis „Anzeige“ vor einem schwarzen Hintergrund ein. Der Hinweis läuft beim Scrollen der Seite automatisch mit.

Der Verband klagte trotzdem, allerdings ohne Erfolg. Zwar sei verschleierte Werbung verboten, so die Richter. Auch sei hier die Seite nicht ohne Weiteres als Werbung erkennbar, da der Internetauftritt aufgebaut sei wie ein journalistisches Magazin. Der Nutzer könnte zunächst vermuten, dass sich hinter den Beiträgen eine unabhängige Redaktion verberge. Der Autohersteller habe aber durch das Einfügen des Hinweises „Anzeige“ ausreichend Vorsorge getroffen, um diesem Missverständnis vorzubeugen.


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