Von Lizenzanpassung bis Kundendaten: Digitalisierung stellt Unternehmen vor umfassende rechtliche Herausforderungen

Berlin (DAV). Ob Künstliche Intelligenz, Data Business oder das Internet der Dinge – in allen Bereichen und auf allen Ebenen ist die digitale Transformation in den Unternehmen im vollen Gange. Der 16. Bayerische IT-Rechtstag, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV), davit, fragte danach, in welchen Bereichen für die Unternehmen rechtlicher Handlungsbedarf besteht.


16. Bayerischer IT-Rechtstag stellte rechtliche Aspekte der digitalen Transformation in Unternehmen in den Fokus

"Die Digitalisierung betrifft den gesamten Workflow eines Unternehmens. Sie ist Chefsache und muss in ihren rechtlichen Implikationen sehr sorgfältig begleitet und gestaltet werden", betont Rechtsanwalt Prof. Dr. Peter Bräutigam, Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses von davit und Moderator der Veranstaltung.

Rechtliches Risiko: veraltete Lizenzen

Hierzu gehört neben dem zentralen, immer wieder diskutierten Schutz personenbezogener Daten vor allem auch die Vertragsgestaltung. So nutzen etwa immer mehr Unternehmen Cloud-Lösungen. Beim Cloud-Computing sind die Lizenzen ein wichtiger Punkt, da die Bereitstellung im Cloud-Umfeld in vielen Lizenzverträgen nicht adressiert ist. "Hier muss man genau prüfen, ob die bestehenden Lizenzen noch auf dem neuesten Stand sind oder angesichts der veränderten Nutzung aktualisiert werden müssen", so Bräutigam.

Ebenso führt auch das agile, am konkreten Anwendungsfall orientierte Programmieren zu neuen Anforderungen an die Vertragsgestaltung: Je schneller und dynamischer eine Software entwickelt wird, umso entscheidender ist es, dass dem ein Vertrag zugrunde liegt, der die agile Programmiermethode juristisch spiegelt.

Rechtliche Reorganisation des Vertriebs

Rechtlich herausfordernd ist auch, dass die Unternehmen über E-Commerce-Lösungen und Online-Plattformen mehr und mehr selbst die Nähe zum Kunden suchen. Die klassische Vertriebsstruktur hat angesichts der neuen technischen Lösungen nicht selten ausgedient. Im Zuge der Reorganisation des Vertriebs stellt sich die Frage nach den bisher erhobenen Kundendaten. Geklärt werden muss hier häufig, wem sie zugeordnet sind und wie sie gegebenenfalls vom Vertriebshändler auf den Hersteller übertragen werden können.

Professor Bräutigam verantwortet auch das nächste Barcamp der davit, das sich ebenfalls mit dem Thema "Industrie 4.0 und Digitalisierung" beschäftigt. Die Veranstaltung findet am 6. Dezember 2017 in Düsseldorf statt. Weitere Informationen


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