LG Düsseldorf: Schadensberechnung in Filesharing-Fällen


Das LG Düsseldorf hat (U. v. 3.6.2015 - 12 S 17/14) zur Lizenzanalogie und zur Schadensberechnung in Filesharing-Fällen Stellung genommen und das erstinstanzliche Urteil des AG Düsseldorf aufgehoben.

Das AG Düsseldorf hatte (MMR-Aktuell 2014, 360797) festgestellt, dass gegenüber einem privaten Filesharer, der sich in einer verbraucherähnlichen Stellung befindet, bei der Schadensberechnung keine Pauschallizenzen des kommerziellen Bereichs in Frage kommen, sondern es sei auf die Dauer der Verbreitungshandlung abzustellen, zudem bedürfe es einer abschließenden Angemessenheitsprüfung. Wenn lediglich zu einem bestimmten Zeitpunkt eine einzelne IP-Adresse dem Anschluss des Bekl. zugeordnet war, könne nicht ohne weiteres unterstellt werden, dass eine längerfristige Verbreitung erfolgt sei. Für einen einzelnen aktuellen Musiktitel ergebe sich letztlich ein Schadensersatzbetrag von etwa € 20,-. Auch bei einer festgestellten längerfristigen Verbreitung erschienen Schadensersatzbeträge von € 200,- pro Musiktitel im Regelfall unangemessen. Dieses Urteil hat das LG Düsseldorf nunmehr aufgehoben und eine neue Schadensberechnung zu Gunsten der Kl. vorgenommen.

# Vgl. auch AG Düsseldorf BeckRS 2015, 07611; OLG Hamburg MMR 2014, 127 m. Anm. Petersen; die Vorinstanz LG Hamburg MMR 2011, 53 m. Anm. Solmecke/Rüther; AG Frankfurt/M. MMR 2010, 262; BGH MMR 2013, 388 m. Anm. Hoffmann – Morpheus und OLG Köln MMR 2012, 387 m. Anm. Hoffmann.


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