eBay: Beweislast für Phishing-Angriff liegt beim Verkäufer

Coburg/Berlin (dpa/tmn). Eine eBay-Nutzerin hat Anspruch auf 16.000 Euro Schadensersatz, weil ihr ein Porsche nicht geliefert wurde. Sie hatte diesen auf eBay ersteigert. Die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) informiert über eine Entscheidung des Landgerichts Coburg vom 29. April 2014 (AZ: 21 O 135/13).


Coburg/Berlin (dpa/tmn). Eine eBay-Nutzerin hat Anspruch auf 16.000 Euro Schadensersatz, weil ihr ein Porsche nicht geliefert wurde. Sie hatte diesen auf eBay ersteigert. Die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) informiert über eine Entscheidung des Landgerichts Coburg vom 29. April 2014 (AZ: 21 O 135/13).

Der Porschefahrer hatte bei eBay seinen Porsche Carrera zum Sofortkauf für 36.600 Euro eingestellt. Das Fahrzeug wurde in allen Einzelheiten beschrieben. Eine Frau kaufte das Fahrzeug und erhielt eine Bestätigungs-E-Mail über den Kauf. Danach konnte die Käuferin den Verkäufer nicht erreichen. Ihr Anwalt drängte auf Erfüllung des Kaufvertrags. Daraufhin teilte der Verkäufer mit, dass er das Inserat bei eBay so nicht aufgegeben habe. Er sei Opfer einer Phishing-Attacke geworden. Das Auto stehe überhaupt nicht zum Verkauf.

Die Frau klagte. Sie behauptete, dass ein vergleichbares Fahrzeug etwa 53.000 Euro koste. Die Differenz zum Kaufpreis bei eBay, also 16.400 Euro, forderte sie vom Verkäufer als Schadensersatz. Der Mann verteidigte sich mit der Behauptung, das Angebot auf eBay sei durch einen Hackingangriff manipuliert worden. Zudem seien vergleichbare Fahrzeuge günstiger als zum Preis von 36.600 Euro zu erwerben.

Der Mann konnte den Phishing-Angriff jedoch nicht nachweisen. Das Gericht verurteilte ihn daher zu Schadensersatz. Er habe das eBay-Angebot zu verantworten. Ein Sachverständiger errechnete für den Porsche einen Durchschnittswert von 53.000 Euro. Da der Verkäufer seine Pflichten aus dem Kaufvertrag nicht erfüllt habe, müsse er Schadensersatz in geforderter Höhe zahlen.


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