Anwälte als Brückenbauer für IT-Sicherheit: Multiplikatorenprojekt mit Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)


Der Deutsche Anwaltverein (DAV) und regionale Anwaltsvereine engagieren sich als Partner im Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN). In Workshops unter dem Dach der Task Force "IT-Sicherheit in der Wirtschaft" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) schulen sie berufsständische Kollegen rund um das Thema IT-Sicherheit. Das Erlernte sollen die Teilnehmer zum einen in der eigenen Kanzlei umsetzen und zum anderen als Multiplikatoren an ihre mittelständischen Mandanten weitergeben.

Für Anwälte als Brückenbauer bieten der DAV und regionale Anwaltsvereine in Zusammenarbeit mit DsiN bundesweit Workshops zur IT-Sicherheit an. Diese werden aus Mitteln der Task Force "IT-Sicherheit in der Wirtschaft" des Bundeswirtschaftsministeriums finanziert. Die Task Force will gemeinsam mit IT-Sicherheitsexperten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) für IT-Sicherheit sensibilisieren und dabei unterstützen, die Sicherheit der IKT-Systeme zu verbessern.



Workshop-Termine

Berlin, 12.06.2013
Leipzig, 06.09.2013
Bremen, 30.10.2013
Hamburg, Dezember 2013



Mehrwert für die eigene Kanzlei und die Mandanten

Die Workshops greifen das Thema IT-Sicherheit in zwei Richtungen auf: Zum einen geht es um die Sensibilisierung hinsichtlich der besonderen Verantwortung der Berufsträger für Datenschutz und Datensicherheit im Kontext des Mandatsgeheimnisses. Da es eine Vielzahl elektronischer Kommunikationsschnittstellen der Kanzlei gibt – zu Mandanten, Gegnern, Gerichten, Behörden, Versicherungen – und anwaltliches Arbeiten auch ein hohes Maß an Mobilität gewonnen hat, werden besonders Maßnahmen für mehr Sicherheit in der Kommunikation erläutert.

Zum anderen sollen die Workshops dafür sensibilisieren, auch den Mandanten einen Mehrwert zu verschaffen, indem die Teilnehmer ihren Mandanten den Anstoß geben, über die Prozesse rund um IT-Sicherheit in deren Unternehmen nachzudenken. Kenntnis von den drohenden Gefahren versetzt den anwaltlichen Berater in die Lage, Risiken für Know-How und das Geschäftsmodell des Mandanten zu erkennen und ggf. rechtzeitig an technische, organisatorische und rechtliche Experten zu verweisen.

Die Workshops umfassen drei bis vier Stunden und 40 bis 50 Teilnehmer.

Projektziel

Ziel des DsiN-Brückenbauerprojekts ist es, bundesweit möglichst viele Vertreter der Freien Berufe als Brückenbauer für IT-Sicherheit zu gewinnen und so das IT-Sicherheitsniveau in KMU zu erhöhen. Um dies zu erreichen arbeitet DsiN mit unterschiedlichen berufsständischen Organisationen zusammen. Mit deren Unterstützung erreicht DsiN flächendeckend und auf direktem Wege möglichst viele Brückenbauer. Die Partner sind im Einzelnen:

  • Bundesverband der Freien Berufe
  • Bundessteuerberaterkammer
  • Bundesverband Deutscher Unternehmensberater
  • DATEV eG
  • Deutscher Anwaltverein
  • Deutsches Institut für Interne Revision
  • Deutscher Steuerberaterverband
  • Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland
  • Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit
  • sowie weitere berufsständische Regionalverbände.

Keine IT-Sicherheitsexperten aber ideale Brückenbauer

Die hier genannten Berufsgruppen sind keine Berater für IT-Sicherheitsfragen und sollen es auch nicht werden. Jedoch arbeiten sie selbst in mittelständischen Strukturen und gehen täglich mit sensiblen Daten um – beispielsweise mit Personenbezug. Daher wissen sie, wo die IT-Sicherheitsrisiken liegen. Zudem haben sie einen direkten Zugang zum Unternehmenschef und gelten als vertrauenswürdig und fachkompetent. Diese Kriterien zeichnen sie als ideale Multiplikatoren aus: Wenn sie als Vertrauensperson und kompetente Ansprechpartner den Chef persönlich für IT-Sicherheit sensibilisieren, hat das Gewicht.

Modellprojekt zeigt: Der DsiN-Ansatz funktioniert

Dass ein Brückenbauer-Ansatz funktioniert, bewies DsiN im letztjährigen Modellprojekt "Steuerberater und Wirtschaftsprüfer als Multiplikatoren für IT-Sicherheit": Daran nahmen 2.200 Berufsträger in rund 30 bundesweiten Workshops teil. Nach eigenen Angaben können die Teilnehmer durchschnittlich jeweils 30 mittelständische Mandanten in einem persönlichen Gespräch sensibilisieren – insgesamt sind das über 60.000 Unternehmen. Eine Telefon- und Onlinebefragung von DATEV eG Market Research Ende 2012 zeigte: Bereits wenige Wochen nach den Workshops hatte bereits über die Hälfte der Brückenbauer ihre mittelständischen Mandanten auf das Thema IT-Sicherheit angesprochen. 30 Prozent planten dies in Kürze zu tun.

Projektkontakt:
Deutschland sicher im Netz e.V.
Albrechtstraße 10 a
10117 Berlin
Herr Steffen Bäuerle
Tel: +49 (30) 27 57 63 40
E-Mail: s.baeuerle@remove-this.sicher-im-netz.de

Über Deutschland sicher im Netz e.V.:

Produktneutral und herstellerübergreifend ist Deutschland sicher im Netz e.V. zentraler Ansprechpartner für Verbraucher und mittelständische Unternehmen. Bei DsiN engagieren sich Unternehmen, Vereine und Branchenverbände. Sie leisten mit ihren konkreten Handlungsversprechen einen praktischen Beitrag für mehr IT-Sicherheit. Seit Juni 2007 ist das Bundesministerium des Innern Schirmherr für DsiN. Auf sicher-im-netz.de sind die wichtigsten Infos zu finden und auf dsin-blog.de können Unternehmer mit IT-Sicherheitsexperten diskutieren.


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